Es ist schon eine halbe Ewigkeit her, dass wir diese Seite gegründet und du den Brief »Liebes Erdbeerchen« geschrieben hast. Dafür habe ich mich nie revanchiert - das möchte ich jetzt nachholen, auch wenn ich wie du Schwierigkeiten habe, in Worte zu fassen, was ich denke und fühle und sagen möchte. Vor allem, weil ich so viel zu sagen habe und ich es in meinem Kopf nicht zu einem strukturierten Brief zusammensetzen kann. Also entschuldige ich mich jetzt schon dafür, dass diese Seite wohl vor allem ein Wirrwarr aus meinen Gedankengängen zu dir wird. Du wirst dich trotzdem darüber freuen! ♥
Ich weiß noch ganz genau, an welchem Tag wir uns kennengelernt haben: dem 27. Oktober 2011. Nur wenige Tage [oder Wochen?] davor habe ich zwei Menschen verloren, von denen ich dachte, dass sie meine Zukunft und der ganze Rest sein würden. Dass sie mich verstießen und nicht mehr haben wollten, hat mich zutiefst verletzt und dann - dann bist du aufgetaucht. Ein Sonnenstrahl, so ganz anderes als die beiden. Sie waren immer so ernst gewesen und erwachsen und vor allem neben Jules kam ich mir vor wie eine 5-Jährige. Du stattdessen, die du mich einfach angeschrieben hast, ohne Scheu, ein bisschen kindisch in der Faszination für eine Band - du warst genau das, was ich damals brauchte. Ablenkung und Spaß und jemand, bei dem ich keine Angst haben musste, dass ich mich irgendwie unpassend verhielt. Du warst schlicht und ergreifend richtig.
Und du bist es auch geblieben. Es hat nur wenige Wochen gedauert und ich hatte mich schon komplett auf dich eingelassen. Ich wollte dich sehen, alles mit dir teilen und war mir sicher, dass wir uns nur noch besser verstehen würden. Meine Sör-Irre! Ich war so glücklich, dich gefunden zu haben. Natürlich hat sich die Freude getrübt, als wir so unzählige Streits hatten, die sich über die letzten eineinhalb Jahre hingezogen haben. Ich war jedes Mal aufs Neue so enttäuscht und sauer und traurig, wenn unsere Freundschaft wieder einmal zerbrach. Sie war ein so wackeliges Fundament, auf das ich mich immer wieder einließ - ja, verdammt, weil es das Risiko immer wieder wert war. Vor allem zu der Zeit, als André zu uns gehörte, hätte ich nie gedacht, dass uns je wieder etwas auseinander bringen würde. - Das hat es aber. Immer und immer wieder. Ich hätte nie gedacht, dass das irgendwann ein Ende haben würde. Dass wir irgendwann tatsächlich längere Zeit einfach das sein würden, was wir sind: beste Freundinnen.
Und jetzt sitze ich hier und ich bin glücklich und das liegt nicht nur an meiner Beziehung oder dass ich bald Ferien habe oder sonst etwas. Das liegt auch daran, dass wir es geschafft haben. Wir sind beide an dieser immer wieder zerbrochenen und gekitteten Freundschaft gewachsen und gereift und ich für meinen Teil habe erkannt, was ich will und was sich für dich lohnt. Das Endresultat? Es ist mir egal, wieviele Fehler du gemacht hast und vielleicht noch machen wirst. Weil du meine beste Freundin bist und bleibst, egal wie du dich entwickelst. Ja, ich glaube, wir haben es geschafft. Nach eineinhalb Jahren sind wir einfach beste Freundinnen. Punkt.
Ich liebe dich, Nena. Ich liebe dich wie man seine beste Freundin nur lieben kann. Du ähnelst mir auf so viele Weisen und gleichzeitig bist du mein Gegenteil. Ich kann mit dir herumblödeln und gleichzeitig über ernste Dinge reden. Ich kann mit dir über alles reden und du würdest mich zwar vielleicht auslachen, aber trotzdem mit mir darüber reden. Du bist einfach der Mensch, den ein Mensch wie ich braucht, um auf dieser Welt zu überleben. Ich kann mit dir so kindisch sein wie ich will, ich kann mit dir über die blödsten Sachen reden [Duschlampe!] und mir nicht blöd vorkommen. Ich kann bei dir ich selbst sein, wie ich es nur bei wenigen anderen Menschen kann. Du bist ein so lieber, charakterstarker Mensch, weißt du das?
In vielerlei Hinsicht bist du mein Vorbild. Ich wäre auch gerne so hartnäckig, stur und zielgerecht wie du. Ich hätte gerne so viel Wille wie du. So viel Kraft. Andererseits weiß ich, dass es sehr schwer sein kann, so zu sein - da bleibe ich lieber ich und helfe dir in dem, was du bist und tust und ernte dafür deine Freundschaft. Dein »Erdbeere ♥«. Meine Kirsche! Weißt du noch, warum wir dich so genannt haben? Weil man denken könnte, du bist weich und rot und sanft wie eine Kirsche und dann stößt man auf diesen bitteren Kern, der kämpft für alles, was er liebt. Meine Sado-Maso-Kirsche. Kein Spitzname könnte besser auf dich passen. Gut ausgesucht.
Was lässt sich noch sagen? Ich wünsche dir, dass deine Zukunftsträume wahr werden, auch wenn sie uns zumindest geographisch weiter voneinander entfernen werden. Ich wünsche dir, dass dir alles, was auch immer du dir vornimmst, gelingen wird. Ich wünsche dir, dass deine Beziehung lange halten und von Glückseligkeit und Liebe erfüllt werden wird. Dass du und Becks auch schlimme Zeiten überstehen werdet und dass ihr alles bekommt, was ihr euch wünscht. Ich wünsche dir, dass du glücklich wirst. Dass du morgens aufstehst und lächelst, weil es nichts gibt, was dich davon abhalten könnte. Und vor allem wünsche ich dir, dass du immer deine Eigenschaft behältst, die dich zu dem macht, was du bist: dein Wille, dir zu nehmen, was du willst und dafür zu kämpfen.
Alles Liebe.
Erdbeere
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